Im Augenblick des Überessens – ein Bewusstseinsstrom


Noch … noch mehr … biiiiiittttttte!

Ich bin noch nicht übersatt … brauche noch ein Vollkornsandwich … und noch eines … mehr als den Geschmack will ich das Gefühl … vor und nach dem Essen …Leere, die sich füllt … ungeborene Träume versuche ich zu SCHMECKEN …

… Liebe – Liebe – Liebe … Liebe, die nie da war … nur in verklärter, irrealer Form … Trauma verschwinde!!

Nein, du böse Stimme in meinem Kopf … ich will nicht hören, wie peinlich und erbärmlich ich bin … und wie wenig der Mann meiner Träume mich wollen würde … wenn er mich jetzt sehen könnte! Umgekehrt herum würde es mich keinesfalls und niemals stören … aber für mich selbst schäme ich mich dermaßen.

Gar nicht prinzessinnenhaft … doch wer will denn schon eine Prinzessin … hat einmal jemand zu mir gesagt … hat mich in meiner psychotischen Naivität voll überrascht …

Her mit dem Essen … her damit! Es gibt mir so viel Inhalt, Struktur, Genugtuung, Befriedigung … Gustoglanzstückerl des Tages … ihr seid in meinem Kühlschrank … hingegen höre ich euch rufen … ich spüre eure Energie, die sich bei mir auf Bauch und Hüfte ansetzen will … ZUFUHR!!!

30. April 2026: 115 Kilo

Essen ist eine große Sache … für mich … merkwürdig, wenn jemand ohne Zwang, natürlich und gelassen damit umgeht … kurios … wenn Nahrungsaufnahme nicht so emotionsüberladen vonstattengeht … ich brauche, ich brauche, ich brauche, ich sehne mich … man kann sich auch gesundes Zeug süchtig einverleiben.

Überall, wo ich hinkomme … kein Sightseeing, keine geistige Nahrung … nein – zuerst das Essen … es steht an erster Stelle. Simpel? Plump? Ich bin eher einfach (gestrickt). In Bezug auf so zahlreiche Dinge.

Kann mich auf nichts einlassen … wenn ich dauernd an all die wundervollen Speisen denke … ich darf einfach sein … hmmm lecker … jetzt, jetzt, jetzt will ich ALLES … igitt, ich kann nicht mehr.

Könnte nie als Kellnerin arbeiten …müsste alles aufessen, bevor ich es serviere … will nicht vor dem Spiegel dinieren … bin nicht salonfähig … … will mich verstecken … hab so reingeschlungen, dass ich mir die Flecken am T-Shirt rauswaschen muss.

Ich bin so gierig … hasse es, meine Mahlzeit zu teilen … sehne mich nach Leichtigkeit und Fliegen … doch es ist so schwer … der maßlose Geier in mir macht es mir schwer … ich werde es später in der Nacht wieder auf der Toilette bezahlen … mit der Verdauung … mein Körper spielt einfach nicht mehr mit bei dieser Misshandlung … wenn bestimmtes Essen in meiner Küche vorrätig ist, esse ich auch nachts … glücklicherweise hatte ich nie das Bedürfnis, das Erbrechen zu erzwingen.

Ich weiß absolut nicht … wie ich es anders machen kann … was versuche ich zu ersetzen? Kann mich nicht mehr erinnern, wie es war, ruhig zu sein … ruhig zu bleiben, wenn etwas am Tisch steht … Frieden, wo bist du?

Nach dir lechze ich wahrlich … Albtraum, hör auf!

Hitze, Medikamente, Übergewicht … eine Horrormischung … meine Gelenke spielen ebenso nicht mehr mit.

Hab‘ so viel Hunger … Leute sagen, wenn eine Frau, die so dick ist, derart viele Kilos hat, so schön sein kann, ist sie wirklich schön … doch ich bin alles andere als anmutig und fein beim Essen … eher ein Müllschlucker, ein Kalorienmagnet … ein wohlig weiches Zuhause für meine Fettpölsterchen.

Ich bin nicht bei mir, weder im Verliebtsein, noch beim Essen … spüre mich selber nicht … bin keineswegs in meiner Kraft … durch Mobbing kann ich mich nicht erden … will mich nicht mehr in die Kindrolle drängen lassen … nur damit andere Macht und Kontrolle haben und nicht eifersüchtig sind … so viel seelische Gewalt … ich hab‘ für die Vergehen der anderen gesühnt … und sühne noch immer.

Nur einmal will ich wissen, wer ich bin … die Person da sein lassen ohne Angst zu haben … ohne mich zerstören zu lassen … eine Idee … ich werde diese Person in mir gebären, neu erschaffen!!!

Ich sehe sie bereits vor mir … immerhin fühle ich sie mittlerweile … jahrzehntelang war sie mir nicht einmal mehr bewusst … ich dachte, ich wäre einfach eine labile Kindfrau … von Haus aus … was für andere oft sehr bequem war … doch ich hab‘ immer noch ein flaues Ohnmachtsgefühl, wenn ich an die Powerfrau denke, die ich eigentlich bin … der Atem bleibt weg, wenn ich an all die Leute denke, die verhindern wollen, dass ich in meiner Kraft bin … die wollen dass ich körperlich und psychisch krank, dick und ohne berufliche Verwirklichung lebe … nie die große Liebe finde … aus reinem Neid … warum sollte ich es ihnen recht machen?

Es hatte stets so katastrophale Konsequenzen für mich, wenn Menschen einen Neid auf mich hatten … kann deswegen damit nicht umgehen …

Denken sie wirklich so viel an mich? Nein, ich gebe die Verantwortung nicht ab … es liegt an mir, mein Leben zu gestalten … gewisse Dinge nicht zuzulassen … ich bin soweit …

Mut und Hoffnung will ich mir und allen machen, uns Kraft zusprechen, das Leben und das Glück zu leben, die wir verdient haben … die Widersacher Lügen zu strafen … denn was gäbe es für eine größere Lehre, einen vehementeren Denkzettel für jene als diesen? Obschon es nicht um Rache geht, andererseits wäre sie süß.

Doch ich bin so ohnmächtig … es gibt eine höhere Gerechtigkeit … Gottes Mühlen mahlen langsam, mahlen aber sicher fein … hat meine Oma immer gesagt …auch wenn ich nicht an das Böse im Menschen glaube …

Das Mädchen, das am meisten durchmachen musste, wird eines Tages am glücklichsten werden … und niemand, wie sehr sie/er es auch will, kann etwas daran ändern …

24. Juni 2026, vor dem Aufbruch ins Schwimmbad: 111 Kilo