Hallo lieber Gott …


Mich auf dich einzulassen, bedeutet meine nonchalante und zugleich nervöse Anpassung darzulegen. Meine ungestillten Sehnsüchte, die mich anbeten, von Anhaftung und Identifikation zu befreien, ihre Silhouette mit Bewusstsein zu färben.

Mit dir zu kommunizieren berge viele Geheimnisse, die ihre Offenbarung finden könnten, denke ich immer. Jedes deiner Worte packe ich wie ein Geburtstagsgeschenk aus, dabei sind sie so schlüssig und vertraut. Ja, ich werde geboren, wenn wir miteinander sprechen.

Das Paradies gehört uns allen, nicht nur den erleuchteten, „guten“ Seelen. Auch jenen, die mich hassen, die irgendjemanden hassen, bin ich es vergönnt, dass sie seine Schönheit genießen. Niemand ist paradiesischer als ein anderer, wirklich niemand.

Nach einem Klavierkonzert eines Musikers sagte ein Freund zu mir: „Super haben wir gespielt!“. Wir sind alle ein Bewusstsein, das zeigst du mir jeden Tag. Nichts ist die Spezialität von jemand Bestimmtem. Berufliche Rollen, Erfolge, Errungenschaften. Das Alter ist unbedeutend, selbst der Name ist egal. WIR SIND EIN VERSCHMOLZENES BEWUSSTSEIN! Alles, was jemand kann, können in Wahrheit alle. So sind meine Erkenntnisse auch eure, sie gehören mir nicht. Und umgekehrt.

Ich bin nicht blind für die Menschen, die leiden und schwere Schicksalsschläge ertragen, das war ich nie. Früher lag ich oft tagelang im Bett und weinte aus einem Weltschmerz heraus und aus eigenem Kummer. Eine Zeit lang dachte ich, mich auf meinen eigenen spirituellen Prozess zu konzentrieren, wäre egoistisch. Somit war ich im permanenten Kampfmodus, mich gegen Ungerechtigkeit zu wehren. Mittlerweile weiß ich, dass die eine Seite die andere nicht ausschließt. Der Ton macht die Musik. Und der Ton des wahren Friedens könnte niemals ambivalent, grausam oder feige sein …

Ich channle mich mit unseren Engeln so durch den Tag, manchmal bin ich auch nachtaktiv. Es ist schwierig, Antworten zu finden, wenn man sie so emsig sucht. Mich entspannt von den Antworten finden lassen, ohne mich selbst vor dir kleinzumachen, sonst verfehle ich dich.

Du sprichst die Wahrheit nur dann zu mir, wenn ich deine wirkliche Energie im Visier habe. Wenn Menschen dich als einen machthungrigen Herrscher sehen, der angebetet werden will und die Ungläubigen bestraft, ziehst du dich zurück. Auch wenn du dennoch in ihren eigenen Gedanken und in Begegnungen zu ihnen sprichst. In verschlüsselten Botschaften. Du bist bei jedem in gleicher Intensität, denn keine Erfahrungswelt ist wertvoller oder wichtiger als eine andere.

Oft sind es die Momente tiefster Verzweiflung und äußerster Verlassenheit, von denen Menschen berichten, dass sie dich dann am intensivsten spüren. Liebe und Geborgenheit wahrnehmen und Vertrauen fassen.

(Ich im Alter von 8 Jahren mit meinem kleinen Bruder)

Doch sie begeben sich von einer Fessel in die nächste, da sie Angst vor ihren „Sünden“ haben, sich schuldig fühlen. Am liebsten würde ich ein Blütenmeer an Freiheit aus dem Paradies auf sie rieseln lassen, um ihnen einen Hauch von Frohsinn und Hoffnung zu schenken. Ihren Blick von der Härte zur Freundlichkeit zu sich selbst lenken. Aber ich durfte verstehen, dass jeder Mensch einen anderen Weg geht, dass im nächsten Leben die Karten neu gemischt sind und ich vielleicht genau diese Erfahrung mache.

„Eure Kleider verhüllen von eurer Schönheit viel, doch sie verstecken das Unschöne nicht.“

Diese Aussage von Khalil Gibran hat mich immer sehr berührt. Eine Fassade, mühsam aufgebaut, nimmt einem Menschen oft seine natürliche Schönheit, lässt ihn mechanisch werden, dachte ich. Lass mich achtsam bleiben im Hinblick auf alles, was unecht, geschminkt, effektorientiert, desinteressiert an der Fairness in mir ist.

Menschen, die auf meine unbedarfte Höflichkeit mit Hass und Kritiksucht reagierten, ich sah das immer so unrein, ich hatte und habe eine Hellfühligkeit für das Derbe, für das Grobstoffliche allgemein. Menschen, die manipulierten und kein wirkliches Mitgefühl, sondern vielmehr eine Genugtuung fühlten. Ich spürte das alles, die Schwingungen von Menschen. Die Rohheit, das Unfeine, das Verlogene. So sehr sehnte ich mich nach Güte, Reinheit und Wärme, ich war schon derartig verzweifelt, dass ich dachte, es gäbe sie gar nicht. Jede Form von Arroganz war mir bewusst, wenn jemand dachte, mehr zu sein als ein anderer.

Lass Liebe durch mich fließen und aus mir sprechen. Ich bin die Schöpferin meiner Welt. Diese Menschen will ich nicht verurteilen, mich nicht über sie stellen, wenn ich versuche, meinen Standpunkt diesbezüglich zu äußern, in Bescheidenheit und Demut eine Perspektive aufzuzeigen, die mir zufällig gerade zugänglich ist.

Alles ist Liebe, auch das scheinbar Negative und trotzdem oder vielleicht genau, weil ich dies weiß, sehne ich mich danach, mit meiner ursprünglichen Schwingung der Liebe zu verschmelzen. Also gibt es das „Unschöne“ gar nicht, denn alles entspringt dem Heiligen, der Vereinbarung aus Liebe.

(Aus meiner Wohnung ein Foto als Geschenk für meine Geschwister)

Das Paradies auf Erden wäre für mich, wenn ich meine Flügel wieder spüre, wenn alle Last und Beschwerlichkeit von mir abfällt und ich mich von dir führen lasse hin zu jener Wahrnehmung der Schönheit, aus der du uns alle geschaffen hast. Träume und Traumwelten sind dafür das Tanzparkett …

Deine und unser aller Schöpfung ist nicht nur vollkommen, sie ist in jedem Augenblick vollkommen.

Ich liebe dich und alle.