Worte sind mächtig – sie kreieren Wirklichkeiten


Es gibt Dinge im Leben – Erfahrungen, Gefühle, Zustände – denen Worte nicht gerecht werden können. Sind Worte eine Illusion? Geben sie nur scheinbaren Halt, profane Auskunft? Zählt für den Himmel nur die Sprache des Herzens?

Und doch: Ich bin verliebt in das Spiel mit Worten und ich bin wortgewaltig laut Ansicht anderer. Mir fällt das gar nicht auf, vieles meine ich ganz banal und beiläufig, dennoch landet es auf der Waagschale, wo es Deutungen und fehleranfällige Interpretationen über sich ergehen lassen muss und meine eigentliche Kernaussage wird verfälscht. Was ich bemerkt habe, ist, dass viele Menschen über meine Worte lange nachdenken, dass sie so stark wirken und ich vieles bewegen kann. Jedoch erfordert es für jeden von uns sehr viel Vorsicht im Umgang mit Worten. Plötzlich kommt im Leben ein Nachteil und man weiß nicht woher. Tatsächlich – ohne dass ich dabei einem Wahn verfallen wäre – kann der Nachteil daherkommen, dass man mit jemandem darüber gesprochen hat und sich das Gesagte verbreitet hat. Das ist die menschliche Natur – sie bringt mitunter auch dies hervor.

Der positive Aspekt ist, dass ich, wenn ich meine Worte gezielt zum Wohle und Glück anderer einsetze, der Effekt in eine sehr schöne Richtung geht, ebenso mit derselben Intensität.

Ich mache sehr gerne Komplimente, wobei man auch dabei behutsam sein darf, da sich andere, die anwesend sind, zurückgesetzt fühlen können. Dies ist mir schon passiert. Manche wollen die Einzigen sein, die schön und klug sind (ebenfalls das gibt es), hingegen ist dies schlechterdings möglich. Es ist sicher zielführend für mich, achtsam zu sein und hellhörig, doch soll meine Spontanität nicht verloren gehen. Ich will und kann es nicht allen recht machen, im Gegenteil, ich darf es mir selbst recht machen, das ist Selbstliebe. Sonst werde ich von Meinungen, Wünschen und Kritiksucht anderer regelrecht zerfleddert. Die Wirkung, die von meiner Aura ausgeht, ist sehr liebevoll und lichtvoll, bombastisch sagen Bekannte und Freunde. Deshalb ist es für mich so wichtig, mich positiv auszurichten. Oft glaubte ich, dass Ehrlichkeit das Um und Auf wäre. Ich kann schlecht lügen, etwas verschleiern oder ausweichen, meistens trage ich mein Herz auf der Zunge, wodurch ich immer wieder mannigfache negative Reaktionen ernte. Aus dem Hinterhalt agieren könnte ich gar nicht, denn ich müsste jemandem davon erzählen.

Die 3D-Welt, in der die meisten leben, bringt sehr viel Getratsche und Geringschätzung hervor, hingegen auch das darf sein. Ich bin es jedem vergönnt, die Erfahrung zu machen, die sie/er einst wählte, um letztendlich irgendwann wieder erleuchtet zu werden. Deshalb werde ich auch niemanden zwangsbeglücken mit meinen Ansichten, mit meinen Worten, denn nicht jeder kann damit umgehen, dafür will ich Fingerspitzengefühl und ein feines Gespür entwickeln. Wo und bei wem etwas sinnvoll und angemessen ist. Früher dachte ich, ich müsste allen alles sagen und war sehr verärgert, wenn ich nicht verstanden wurde und Schaden davon nahm. Mit Worten erschaffen wir alle Realität, wir sind die Schöpfer unserer Sprache. Ebenso die Emotionen, die Energien, die dahinter fließen, kommen an. „Der Ton macht die Musik.“, heißt es nicht umsonst. Die Art und Weise, wie man etwas anspricht, was einen stört, hat viel mit der eigenen Aura und ihrer Schwingung zu tun.

Nur wenige Menschen haben bei mir Ecken und Kanten akzeptiert. Und wenn man dann immer lieb ist, erwarten sie andere Reaktionen noch weniger und können es noch schwerer annehmen, wenn sie einmal vorkommen. So war ich jahrelang gefangen, zumindest fühlte ich mich so. Häufig wurde das, was ich gesagt hatte, zerpflückt und teilweise verzerrt. Ich befürchte, ich hab’ meine Worte auch schon zerstörerisch gewählt, vor allem im Streit bin ich schon öfters übers Ziel hinausgeschossen. Da mir von meinen Mitmenschen so wenig entgeht, ist mir unter anderem ebenso der Schwachpunkt einer Person sehr schnell bewusst. Und wenn ich mich dann verletzt fühlte, konnte ich in der Vergangenheit mit Worten sehr verletzen. Danach fühlte ich mich stets total schuldig und hatte ein schlechtes Gewissen. Dass ich zu Überreaktionen neige, rührt daher, dass ich glaube, meine Wut unterdrücken zu müssen. Doch irgendwann bahnt diese sich bekanntlich ihren Weg an die Oberfläche und nicht so Schönes kommt zum Vorschein. Selbstreflexion kann da ein großer Vorteil sein, um destruktiven Worten entgegenzuwirken. Wenn man in der Dualität lebt, können sie einfach bei jedem vorkommen, das ist selbstverständlich.

Ich kann mir nicht mehr einreden, dass ich eine unauffällige, graue Maus bin – da meine Worte zumeist viel intensiver ankommen, als sie gemeint waren. Vor allem, wenn ich glaubte, Gott zu sein, passierten Dinge, die unheimlich waren. Ich wirkte dann stets so unfassbar stark, sodass mir viele Menschen glaubten. Was nicht unbedingt meinem seelischen Gleichgewicht dienlich war. Ich hatte dann fast eine „Messias-Ausstrahlung“.

Worte sind so toll, ein so schönes Geschenk – es ist atemberaubend, was man mit ihnen machen kann, was sie in der Lage sind, auszulösen und wie sehr sie auszudrücken vermögen, wer man ist. Ihre Wahl ist individuell einzigartig, kein Mensch hat genau dieselbe Wortwahl wie ein anderer. Oft lese ich etwas und fühle mich damit so verbunden, als ob es von mir wäre, es spricht mir aus dem Herzen. Zudem bin ich im Liebesgeflüster mehr als eifrig und begabt.

Für das Sternzeichen „Zwillinge“ sind Worte extrem spannend und aufregend, es brennt für Verbalisierung, es wird von Merkur, dem Planeten, der für Denken und Kommunikation steht, regiert. Abrunden möchte ich diesen Eintrag mit einem Gedicht, das ich im Alter von 16 Jahren als Hausaufgabe für den Deutschunterricht schrieb. Diese lautete, ein Gedicht zum Thema „Worte“ zu schreiben.

Die richtigen Worte

Worte, die sich in einem Netz

aus Wahrheit und Lüge verstricken

und schließlich doch an der Ungewissheit ersticken.

Worte, die dein Leben beschreiben

und doch immer an Unwahrheit leiden.

Worte, die Macht ausstrahlen,

um mit ihnen vor anderen zu prahlen.

Worte, die dein wahres Ich verbergen,

um dein Leben vor anderen zu färben.

Worte, die dich verletzen

und die dich doch zu Rachegefühlen aufhetzen.

Worte, die du nicht verstehst

und dadurch einen Hilfeschrei übergehst.

Worte, die zu Taten verleiten

und dich in ein anderes Leben begleiten.

Gefühle, die dich verwirren sollen

und dich aus dem Gefühl

von Sicherheit und Geborgenheit reißen wollen.

Unterhaltungen, die in deinem Kopf entspringen

und doch immer zwischen der Verlautbarung

und ihrer Unterdrückung ringen.

Gefühle, die dich heimsuchen

und nicht mehr verschwinden,

die du versuchst, in Worte zu fassen,

die am Ende nicht mehr zu dir passen,

die dich verändern, dich verkomplizieren

und gleichzeitig anderen den Weg versperren,

dich zu akzeptieren.

Worte, die du sprechen möchtest,

Worte, die du hören möchtest,

Worte, von denen du nicht weißt,

ob du sie hören oder sprechen willst.

Worte, die du vielleicht nie im Leben

im richtigen Augenblick hören oder sprechen wirst,

nach denen du dich immer auf der Suche befinden wirst.


Genauso wie es im Teenageralter für mich aufregend war, Kleidung und Stil zu entdecken, war es elektrisierend, Worte zu entdecken, die mir entsprachen, die Wirkung zeigten, neue Worte kennenzulernen – wie herrlich! Mich auszuprobieren in allem, lautete mein Motto!! So viele Menschen können so schön schreiben. Wie sehr wollte ich, dass dieses Gedicht im Jahresbericht erschien, aber ich traute mich nicht, es abzugeben. Dafür ist seine Wiederauferstehung jetzt umso schöner!

Last but not least:
Ich möchte mich bei all jenen entschuldigen, die sich jemals von meinen Worten verletzt fühlten. Es tut mir leid.

Gigantisch kreative, authentische Lust und Leidenschaft für eure Worte, wünsche ich euch, ihr Lieben – und – eine gesegnete Zeit!

Und vielen Dank für die lieben Wortgrüße und Videoglückwünsche zu meinem Geburtstag, den ich vorgestern feierte. Ich hab‘ mich sehr gefreut.

Namaste

Barbara

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