Eine Frage, die sich einerseits nur jeder selbst beantworten kann.
Andererseits ist die breitgefächerte Auseinandersetzung im Kollektiv mitunter erforderlich, um demografisch erfolgsanmutende Ergebnisse zu erzielen. Dennoch kann jeder einzelne nur bei sich selbst BEGINNEN.
Meiner Meinung nach hängt der Aussichtsreichtum dieser Aufgabenstellung davon ab, inwieweit ein Mensch offen, liebevoll, tolerant und undogmatisch an das Leben, dessen Forschungsprojekte und an seine eigenen herangeht.
Festgefahrensein, Engstirnigkeit, Vorurteile, Ausgrenzung und Konkurrenzverhalten wirken sich ungünstig und unproduktiv auf die Annahmefähigkeit und -bereitschaft der Menschen hinsichtlich von Umbrüchen, eruptiven Veränderungsmöglichkeiten und kühnen Denk- sowie Entfaltungswagnissen aus, die für eine neue, liberale, lichtvolle Ordnung oftmals jedoch notwendig sind.

Aus meiner Sicht befinden wir uns gerade in solch einer Übergangsphase, die natürlich nicht bequem sein kann, vielmehr Frust, Gier, Geiz, Angst, … auslösen kann.
Indessen hierzulande das Klagen über die horrend teuren Preise überwiegt, müssen anderswo Menschen um ihr Leben bangen, vor Verfolgung und Misshandlung fliehen.
Eine hohe Inflation und groteske, zutiefst erschütternde globale und politische Zustände verursachen, dass die Mehrheit der Menschen den Fokus auf die eigene Situation manifestiert. Weg von der Großzügigkeit, Leichtigkeit, Freigebigkeit und Freiheit, die vielfach in den 80ern, 90ern und um die Jahrtausendwende herum bis zur Corona-Krise hin spürbar waren.
Seit jener Pandemie einschließlich der Lockdowns stellt die arbeitende Bevölkerung mehr und mehr den strengen Leistungsgedanken in Frage, kommt mir vor.
Vor allem jüngere Menschen sind nicht mehr bereit und willens für ein niedriges Gehalt, wenig Anerkennung inklusive Standesdünkel Jobs mit rigiden, unflexiblen Arbeitszeiten und schlechten Bedingungen in Kauf zu nehmen. Man hört immer häufiger das Aufbegehren, während sich früher Angestellte oft überhöflich, fast untertänig verhielten, wird aktuell des Öfteren offenkundig über Kunden abgelästert – ein gewisser innerer und äußerer Streik fallen auf.
Der Kunde ist schon lange kein König mehr, heutzutage muss man als Kundin/ als Kunde manchmal froh sein, wenn keine unverschämten Bemerkungen, kein Augenrollen oder unangemessenes Lachen kommen.
Bisweilen nehme ich die Haltung „Sei froh, dass ich ÜBERHAUPT arbeite!“ wahr.
Das massive Informations- und Reizbombardement durch die Digitalisierung, oberflächliche Medienkultur, Internet und Fernsehen haben zur Folge, dass junge Leute sich nicht mehr so effizient konzentrieren können, hypnotisiert scheinen und das Überangebot öfters nicht mehr sinnvoll filtern und ableiten können, weil ihre subtilen Antennen überladen sind.

Wodurch ihre Belastbarkeit und Aufnahmekompetenz insgesamt sinken. Weiters werden sie von Gefühlen und psychischen Problemen geradezu überwältigt.
Zudem haben unzählige Jugendliche keine Lust mehr darauf, einen Brotberuf zu erlernen, wodurch es zu einem Personalmangel in der Gastronomie und im Verkauf sowie in vielen anderen Berufsbereichen gekommen ist.
Durch Talentshows im TV und eben die bildreiche Überflutung im Internet träumen zahllose Menschen davon, Stars zu werden, durch irgendeine besondere Begabung berühmt zu werden. Fähigkeiten jeglicher Art werden in diesen Wettkämpfen eiskalt gemessen und beurteilt.
Doch wie soll eine Welt so funktionieren? Wenn niemand mehr bereit wäre, die „einfachen“ händischen Arbeiten zu erledigen?

Putzen, waschen, kochen, kellnern, verkaufen, nähen, … – die Lösung liegt in der Aufhebung des Standesdünkels, meine ich. Denn alles und alle sind gleich viel wert und sollten anerkannt und gefeiert werden als Erfolgsmenschen.
Selbstverständlich verstehe ich auch die Frustration der älteren Generation, die ihr Leben lang gearbeitet hat und nun häufig zur Kenntnis nehmen darf, dass ihr oft nach der Pensionierung die jüngeren Altersgruppen nicht nachfolgen können und wollen, aufgrund von geringerer Leistungsfähigkeit und ab und zu ebenso durch Willensschwäche.
Doch all diese Entwicklungen sind richtig, blütebringend, gut und nur zu verständlich, das ist der augenblickliche Zeitgeist des Fortschritts und des Aufbruchs mit ganz vielen Rückschritten, die damit verbunden sind. Hingegen alles in allem ist die momentane Begebenheit eine Reise in ein neues goldenes Zeitalter.
Gegenwärtig stehen die Geburtswehen, wenn man so will, im Vordergrund. Deshalb spitzt es sich auf dieser Welt hinsichtlich Gewalt, Machtmissbrauch und Kriegen auch so zu, im Moment.
Irgendwann wird der Gipfel davon erreicht sein, wodurch wir im Kollektiv, wie anfangs erwähnt, zu einer fulminant tiefgreifenden Veränderung bereit sein werden.
Augenblicklich befinden wir uns in dieser Unsicherheit, im In-Frage-Stellen bestehender Werte.
Die junge Generation lehrt uns, nichts als in Stein gemeißelt hinzunehmen, nichts für selbstverständlich zu halten, damit rechnen zu dürfen, dass alles von einem Tag auf den anderen anders sein kann, WERTZUSCHÄTZEN. Ins Fühlen zu gehen, auf das eigene Herz zu hören. Und dass darin unsere Chance liegt.
Faulheit und Feigheit sind ja bekanntlich die Gründe, warum Aufklärung nicht entstehen kann.
Allerdings diese beiden Eigenschaften und Verhaltensweisen fühle ich in der jetzigen Zeit, insbesondere im DENKEN und FÜHLEN nicht, eher die Energie und Stimmung „Adieu zum Mitläuferdasein!“, wobei diese ebenfalls differenziert zu betrachten sind, zum Beispiel im Hinblick auf den Schönheitswahn, der auch auf den Höhepunkt zugeht.
Ein Ja zur Individualität nehme ich vermehrt des Weiteren wahr. Darum und gerade darum hat Aufklärung derzeit eine Riesenchance.

