Bezüglich all der interessanten Dinge,
die ich momentan nicht habe,
herrscht im Hirn die größte Nachfrage,
wie gibt’s das, denn ich ringe
um gelassene Zufriedenheit auf meinem Pfade,
doch wer will schon ersticken an und sich herumplagen
mit einer langweiligen Wunschlosigkeitsschlinge!
Wenn ich führe eine glanzglatte Limousine
statt meinem zivilisierten grünen Volvo Diesel,
vielleicht bekäm‘ ich dann eine famose Liesel,
alles, was ich nicht hab – darum renn‘ ich wie ein Wiesel.
Von Natur aus blond
kann ich‘s nicht hören,
wenn ein brünettes Mädchen Komplimente bekommt,
alles, was anders ist als bei mir – kann es meine Sicherheit zerstören?
Neben meiner Pop- und Rockmusik
liebe ich auch dich,
ebenso dafür, dass du bei Klassischer Musik
klangverliebt die Ohren spitzt.
Ach, die öde Sommerzeit!
Ich vermisse das weiß verschneite Winternaturkleid.
Zu kalt darf’s abermals nicht sein,
wärmer, wärmer – schrecklich, so heiß!
Ich jammer‘ für mein Leben gern,
kaum erblick‘ ich das Licht der Welt,
das ich mir selbst einst auserwählt,
würd‘ ich lieber wandeln auf andrem Stern.
Fernerhin, wenn das Ego nichts wollen muss,
ist es unterfordert und schickt den Erinnerungsgruß –
Konkurrenz, Vergleich und Drama bitten zum Handkuss,
erstmal losgelassen findet das Ego kaum einen Abschluss.
Wie, du willst dir etwas Gutes tun und abnehmen?
Da muss ich dich gleich zum kalorienbombigen Essen überreden!
Dir hämisch von Pizza, Eis und Torten vorschwärmen
und sogleich deine disziplinierte Willenskraft entkernen.
Morgen fahre ich für eine Woche auf Urlaub in die Mongolei,
wie bitte, Maxi lebt seit drei Jahren in einer Villa auf Sardinien?!
Sagt mir, womit bin ich obenauf und “in“, was ist der letzte Schrei,
ich will auch an die Küste zu den utopisch violettskurrilen Pinien!
Was?! Jemand anderes darf scheinbar irgendwelche Vorteile haben,
da muss ich gleich den Zerstörungsbagger vorfahren!
Vor Eifersucht platzt mir mein verblendet rotierender Schädel,
ist doch sicher nur ein dummes, böses, oberflächliches Flittchen, dieses Mädel!
Von Neid zerfressen muss ich alle gehörig aufhetzen,
ich will alles, was sie hat – jetzt fliegen die Fetzen!
Solang‘ sie nicht ALLE Nachteile hat, kann ich nicht mehr ruhig schlafen,
steck‘ meine Nase in jede ihrer Sachen, wie eine Übergriffsgiraffe.
Durch die unübersichtliche Vielfalt an Angebot,
weiß ich nicht mehr, was ich wollen soll.
Ich will den Kerl meiner besten Freundin – sonst seh‘ ich rot,
denn was ich nicht hab‘, macht mein Begehren proppenknallvoll.
Im Frühling träume ich von Cabrios und Yachten
oder nein, ich will weihnachtliches Kerzenlicht und Schneeballschlachten!
Mich auf keinen Fall zu viel abmühen beim Arbeiten,
sondern mich amüsieren und ambitioniert auf Wolkenwellen reiten!
Ich will, ich will nicht – ich will
überall und nirgends alles und nichts,
immer und nie Schatten und Dunkel im grellen Licht.
Oh Gott, was für ein krasser Alarm – nein, es ist zu still!!
Viel, ja, wenig und davon reichlich!
Mein inneres Chaos erteilt mir den Drill!!
Der Bootcamp-Schwindelanfall irdischer Träume – einfach unausweichlich!!!
Das ersehnte Wunschglück liegt verborgen im geheimen inneren Leuchtturm,
in der vertrauten Ruhe nach dem Wirbelgefühlssturm,
mehr noch, nach Unrast, Unwetter, Schicksal und Trauermusik
zieht die magische Sonne der Ahnung durch Wertschätzung ein, ins Mosaik …
