Liebe aus Liebe, nicht aus Notwendigkeit …


Wir beide lieben uns. Doch lass uns aufhören damit, einander zu brauchen. Auch in der Einsamkeit haben wir immer noch unsere Hobbies, unsere Arbeit, unsere Familie, unsere Freunde – uns selbst und eigentlich alles. Das ist nicht nichts.

Menschen, die uns lieben und die wir lieben. Drum lass uns nie glauben, dass wir ohne einander nicht sein können, dass wir abhängig voneinander wären.

Auch wenn wir dieses Trugbild noch so sehr kultiviert haben, es zum Fixpunkt, zum unverzichtbaren Bestandteil unseres Lebens haben werden lassen.

Doch – andererseits – wenn wir uns momentan auf diese Art und Weise fühlen, dann ist es jetzt für uns so – und in Ordnung.

Wir beide lieben uns ebenso, wenn wir uns nicht sehen und nicht die Haut des anderen berühren. Und das wird auch so bleiben, egal wie es weitergeht. Wir waren nie zusammen, und dennoch sind wir eine Einheit, die unauslöschlich ist.

Glaub mir, ich weiß, wie verletzlich du dich jetzt fühlst, weil du dich so verändert hast. Ich werde dich nie verlassen und du wirst nie verlassen sein, selbst wenn du dich so fühlen solltest. Du bist so ein schöner, bezaubernd wundervoller Schlingel. 😘😘😘😘

Bewunderungen und Projektionen haben uns gemeinsam einsam gemacht. Und süchtig nach einander. Ein Energienachschub folgte auf den anderen und nie sind wir satt geworden, immer musste es sich fortsetzen, in einer unaufhörlichen Jagd.

Ich weiß, meine Beharrlichkeit gibt dir das Gefühl, dass du geliebt, verehrt und beschützt bist. Wohingegen meine Besessenheit, von dir als übermächtig starkem Mann beschützt werden zu müssen, dich ohnmächtig werden lässt.
Es tut mir so leid, dass du dadurch unter Druck gekommen bist. Ich wollte dir nie wehtun, ich wollte dich stets glücklich machen sowie immer spüren, dass du glücklich bist.

Teilweise bin ich dir über den Kopf gewachsen mit dem, was ich spürte, ersehnte, mir wünschte. “We did it ALL for the glory of love.“, sind ebenso miteinander unfassbar intensiv und tiefschürfend getaucht, wie Peter Cetera mit diesem Satz.

Tausende Male habe ich angekündigt, loszulassen. Das kann und will ich niemandem mehr versprechen. Wenn sich dieser Prozess vollzogen hat, wird er mein stilles Geheimnis sein, das sich aufgrund meines Verhaltens wird ableiten lassen und nicht anhand von großen Worten.

“I’ll never change all my colours for you.”  – im Sinne von: Meine Zuneigung zu dir wird sich niemals ändern, meine Farben werden für dich immer leuchten und sich zu dir bekennen. Die Farben, die mich ausmachen, die mich menschlich machen. Und das göttliche Licht, das in uns allen ist, hervorbringen.

Komme, was wolle.

Wir beide sind immer in Sicherheit und zusammen, gleichsam in der Entfernung. Ich brauche keine Idealisierung, wenn ich mir meines Wertes und meiner Fähigkeiten bewusst bin. Und du brauchst mich nicht dafür, dass ich dich anhimmle, instinktiv und tief in dir drinnen wolltest du das nie.

Ich liebe dich genauso, wie du bist. Mit all deiner Unsicherheit und deinem Schmerz, deiner Sensibilität und deiner Abwehr.

Wir haben uns miteinander verirrt und jetzt geht es für mich darum, auf meinen unabhängigen, selbstbewussten Weg zurückzufinden. Was allerdings nicht bedeutet, dass ich dominieren oder kommandieren will.

Bei mir sein, in meiner Kraft sein, meine Umgebung so gestalten, dass ich ich selbst sein kann, das übe ich augenblicklich.

Nichts war umsonst, denn wir sind um so viele Erkenntnisse und Gefühle reicher geworden, als wir es zuvor waren.

Nichts kann uns trennen. Obschon du mit mir eine Achterbahnfahrt deiner Gefühle erlebt hast, die meine Schilderungen in dir ausgelöst haben. Wodurch du mir gegenüber mitunter sehr viel Negatives empfunden hast. Hingegen war und bin ich nicht perfekt, ich dachte, ich müsste es sein, um dir zu gefallen, fernerhin bemerkte ich nicht, dass der Schuss nach hinten losging. Dass dadurch Distanz zwischen uns entstanden ist.

Weder meine Wohnung, noch meine Kleidung und mein Styling, noch mein Geruch und meine Körperlichkeit, noch meine „Kochkünste“ sind vollkommen. Ich wollte, dass du der Meinung bist: „Wow, wie DIE Frau eine Wohnung einrichten kann!“, ganz so, als ob man mich als Frau daran messen würde. Ich versuchte, den Eindruck zu erwecken, dass ich eine wahre Traumprinzessin sei.

Hingegen, dies ist MEIN eigenes Thema, MEINE sich stetig wiederholende Angstsituation, wenn ich verliebt bin.

Permanent meinte ich, du wärst sicher Besseres gewohnt, als ich es zu bieten hätte. Jedoch, für mich reicht meine „Schaffenskraft“, und auf jeden Fall hast du mich nie derart streng beurteilt, wie ich das befürchtet habe.

In Wirklichkeit ist das alles überhaupt nicht wichtig und ich habe genauso alle Unzulänglichkeiten wie alle anderen Menschen auch, streite mich ab und zu mit jemandem, bin genervt und rege mich auf.

Bisweilen habe ich hinsichtlich dessen, was ich eigentlich in einer Beziehung will, unzutreffende Signale ausgesandt (beispielsweise im Beitrag ”All that I want”, 30. Juli 2026).

Darüber hinaus verstehe ich deinen Unmut, jener hat meiner Zuwendung zu dir nie einen Abbruch getan, im Gegenteil: Ich wurde noch emsiger in meinem Vorhaben, dir beweisen zu wollen, dass ich doch liebenswürdig bin.

Es ist einerseits so kompliziert zwischen uns beiden, andererseits sind unsere Gefühle einfach für mich zu verstehen.

Ich werde immer für dich da sein, bitte vergiss das nicht. Unser Bekenntnis zueinander ist leidenschaftlich und unbeirrbar … ich könnte mich nie verabschieden …

(aus dem Film “Bodyguard“ von Mick Jackson, 1992)