Die Diva und das Biest – Eine Märchenballade


Vor Millionen von Jahren und im Angesicht dieser Zeit,
da lebte eine Diva namens Sandrine Pia, so pompös reich,
ihre diversen Ansprüche kamen denen von Cleopatra gleich,
sodass niemand auf der Welt gut genug schien – weit und breit.

Prunkvoll lebte sie in einer Villa im malerischen Saint Tropez,
wo das lüsterne Biest Angus Rio auf einer Yacht domizilierte,
er wurde nicht müde im Vorhaben, ihre Liebe zu induzieren,
wobei er trotz Knausrigkeit emsig leerte sein Portemonnaie.

Eines Tages war Pia so einsam, sodass sie ihn zu sich einlud,
jedoch als er ihr Haus betrat, rief sie titanisch angeekelt aus:
„Oh Gott, bist du hässlich, dich anzusehen, ist mir ein Graus!“
„Und du bist atemberaubend attraktiv.“, erhitzte er ihre Glut.

Er versuchte, sie zu küssen, sie musste angewidert erbrechen,
so krass war sein Geruch, abtörnend, wie der eines Halunken,
während er es mit allen Sinnen genoss, wild und glückstrunken,
ihre Abneigung ignorierte, jene machte ihm kein Kopfzerbrechen.

„Du duftest wie ein Bouquet voller Vanilleblumen und Rosen.“,
rief er verliebt, „was wünscht du dir, ich kauf dir wirklich alles!“
„Du riechst wie der schmutzigste Abfall eines Schweinestalles!“,
ließ sie sich nicht verführen, umwerben, keineswegs liebkosen.

Angus konnte sich kaum sattsehen an der zornigen Sandrine Pia,
ständig improvisierend, um einen Blick im Mondlicht zu erhaschen,
trotz Gegensätzlichkeit der Bedürfnisse von ihrem Sein zu naschen,
ferner, ihre Abscheu steigerte sein Verlangen zu dem eines Vampirs.

Weiters fragte er sie: „Warum willst du nicht mit mir verbunden sein?“
Pia antwortete: „Weil mir Ästhetik und Pflege durchaus wichtig sind.“
Daraufhin wusch und kämmte und rasierte er sich infinit geschwind,
und posaunte: „Nimm wahr, nun bin ich endlich zum Anbeißen fein!“

Doch Sandrine wollte nicht wahrnehmen, sie suchte die Einsamkeit,
sie war sensibel und wollte weder gekauft noch missbraucht werden,
während er hormongesteuert willens war, für ihr Lächeln zu sterben,
dennoch beschloss sie reuig, sich zu entschuldigen für ihre Rohheit.

„Keinesfalls hab‘ ich beabsichtigt, dich abzuwerten, dich zu verletzen,
doch ich kann und will mich für niemanden werteverdreht verbiegen,
das Menschsein zu akzeptieren, damit bin ich momentan im Unfrieden,
Begehrlichkeit, Neid, Gerüche und Unschönes sind für mich ätzend.“

Darob meinte Angus: „Du Göre, bist keine Prinzessin oder gar Kaiserin,
überdies – das Menschliche, wenn dich DAS stört, dann tust du mir leid,
selbst ein Mensch, verunsicherst du arrogant wie eine königliche Hoheit,
kritisierst gemein die Sexualität von anderen als Pseudo-Lehrmeisterin.“

Mit Verachtung strafte er sie – eine Atmosphäre ganz anders als bei Hofe,
wohingegen Sandrine Pia beschloss, ihn schimpfen und toben zu lassen,
sie wusste um ihre Schwächen, würde sich für ihre Komplexe nicht hassen,
indessen er sich kopfüber verlobte mit ihrer herrschaftslosen Zimmerzofe.

Und wenn die zwei nicht gestorben sind, dann fighten sie ewig – noch heute,
Pia kreischend, unsicher und angstschlotternd hinsichtlich ihrer Hemmung,
Angus, der als dringlich eifrige Dampfwalze Brautschau hält in Verdrängung
Frauen sind weder Objekte des Spiels, noch selbstverleugnende Jagdbeuten!!

Szenen aus dem Film “Before Sunrise“ mit Ethan Hawke und Julie Delphy

MEIN LIEBLINGSFILM

Beruhend auf einer wahren Begebenheit ist dies der Film, der mich Wien anders sehen ließ. Eine Stadt, durchforstet, unsicher gemacht und auf den Kopf gestellt, entschlüsselnd gepflügt, gewandelt und bewandert, mit Ovationen gepriesen und umfangen von außergewöhnlich intimen, tiefgründigen Dialogen.

Zwei einsam reisende Herzen, die sich in der unübersichtlichen Metropole Wien finden und miteinander die Stadt von ihrer schönsten Seite erleben, sich in die Stadt Wien verlieben – und ineinander.

Celine (Julie Delphy): „Ich war jetzt in so einer alten Kirche mit meiner Großmutter, vor ein paar Tagen in Budapest. Auch wenn ich von den ganzen religiösen Dingen nichts halte, fühle ich doch mit all den Menschen, die hierherkommen. Sie sind verloren oder gequält, schuldig und hoffen auf irgendeine Antwort. Es fasziniert mich, dass an einem einzigen Ort so viel Schmerz und Glück vereint sind, von so vielen Generationen.“

Jesse (Ethan Hawke): „Denkst du sehr an deine Großmutter?“

Celine: „Ja, es ist so, weil ich immer dieses seltsame Gefühl habe, dass ich eine uralte Frau bin, die sich zum Sterben hinlegt … so als würde mein Leben nur aus Erinnerungen oder so bestehen.“

Jesse: „Das ist Wahnsinn. Ich denke immer noch, dass ich dieser 13-jährige Junge bin, also der einfach nicht weiß, wie man erwachsen wird und eben nur so tut, als würde er sein Leben leben … und sich Notizen macht für die Zeit, wenn er erwachsen sein muss. Als wär ich auf der Junior-Highschool in der Generalprobe für ein Schultheaterstück.“

Celine: „Das ist witzig …dann ist es ja in dem Riesenrad so gewesen. Eine uralte Frau hat einen ganz kleinen Jungen geküsst, oder?“

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Celine: „Wenn es tatsächlich etwas Wunderbares auf dieser Welt gibt, dann muss es der Versuch sein, für DEN Verständnis zu haben, der mit uns etwas teilen will …


Werte Power-Leserinnen, alles Wärmende, Leuchtende, Regenbogenfarbige und Liebe in Regen und Schafskälte und bis morgen!

Eure Barbara