Ich schmeiß alles hin und werd Prinzessin …


Als ich einmal mit einer Seelsorgerin ein Gespräch führte, erzählte sie mir, dass ihre Tochter sich kurz vor ihrer Matura ein T-Shirt mit dem Satz (in der Überschrift des Beitrags) als Aufdruck kaufte. Wir amüsierten uns fürwahr königlich darüber.

Im Speisesaal des Hotels, in dem ich Urlaub gemacht habe, saß links gegenüber von mir ein Mädchen, das im Volksschulalter gewesen sein dürfte. Sie war mit ihren Eltern und ihrem kleinen Bruder da. Jeden Abend führte sie stolz eines ihrer Prinzessinnenkleider im Disney-Style aus. Alles passte zusammen – von den Schuhen über die Handtasche und den Schmuck bis hin zur Frisur einschließlich der Haarspangen, weiters bis zum Nagellack und natürlich zur leuchtenden Krone und nicht zuletzt: zum Kleid!!

Bild: 1987

Es war unübersehbar, dass das Mädchen davon träumte, eine Prinzessin zu sein, und dass die Eltern in der Auswahl der Garderobe ihres Kindes diesem Wunsch nur zu gerne nachkamen.

Fernerhin trug ich auch öfters schöne Kleider und Haarreifen zum Abendessen, die Mutter des Mädchens lächelte mich verständnisvoll an. Das kleine Mädchen musste immer wieder zu mir hersehen, verglich ihre Sachen mit meinen und eiferte ein wenig. Was ich wirklich bezaubernd fand, ich durfte schmunzeln. Ich freute mich wahrlich für sie, dass sie so schöne Sachen hatte.


Während meiner Studienzeit wohnte ich mit einer jungen Frau zusammen, die ebenfalls Barbara hieß. Obwohl unser Studentenwohnheim im 18. Bezirk in Wien lag, war es tatsächlich ganz extrem schlicht und simpel.
Als Studentin hatte ich ja sehr wenig Geld, und Barbara meinte oftmals überaus belustigt, darüber hinaus gelassen und überzeugt, dass ich mal einen reichen Mann heiraten müsste, weil ich ein Luxuspfau wäre. Jedes Mal protestierte ich und beteuerte ihr, dass es mir darum nicht ginge.

Wenn ich in ein Geschäft spazierte, riefen Verkäuferinnen begeistert aus: „Das ist ja ein Geschmack!“, das erheitert mich noch heute. Damals hatte ich mir mein Leben noch ganz anders ausgemalt.

Jahre später, in Zeiten der forensischen Nachbetreuung, bewohnte ich mit einer anderen Frau, die 9 Jahre älter war als ich, eine 2er-WG. Wir wurden sehr schnell beste Freundinnen und unternahmen unendlich viel zusammen. Hingegen die Wohnung war schräg gegenüber von einer Peep-Show und unsere Wohnungstür war aus Glas!! Könnt ihr euch das vorstellen?!

Als ich dort wohnte, träumte ich einmal in der Nacht davon, dass ich mich mit meiner WG-Kollegin und deren Freund in dem Gebäude der Peep Show befand. Während sie sich entspannten, sagte ich in dem Traum die ganze Zeit über: „Warum sind wir hier? Was machen wir hier? Ich will hier nicht sein, ich gehe jetzt!“
Da dies auf sie keinen Eindruck machte, versuchte ich den Ausgang zu finden, was sich als enorm schwierig darstellte. Ehe ich mich versah, hatte das ursprünglich ebenerdige Gebäude Stockwerke, und ich befand mich auf einmal im ersten. Plötzlich stand ein Mann vor mir, an dem ich vorbeiging und weiterhin fieberhaft den Ausgang suchte. Einige Minuten später kam eine Frau hinter mir hergelaufen, sie war die Leiterin der Peep-Show. Fordernd sagte sie: „Ein Freier hat dich gesehen, er ist bereit den höchsten Preis zu zahlen, der je für eine Frau bezahlt worden ist. Du musst hierbleiben und mit ihm schlafen.“ Ich erinnere mich, dass ich in diesem Traum total panisch wurde und paralysiert erwiderte: „Ich kann das nicht tun. Ich kann nicht einfach so mit jemandem schlafen. Ich habe nie …“

Die Chefin allerdings ließ das nicht gelten und wollte mich dazu verpflichten, also ergriff ich angstgetrieben und hysterisch die Flucht. Raus aus dem Gebäude rannte ich zum Bus, unvermittelt befand ich mich mit einem Mal in Washington und der Bus fuhr weite Strecken bis hinaus aufs Land. Die geldgierige Wahnsinnige war mir gefolgt. Schließlich stieg ich aus und ich dachte mir noch, dass ich hoffentlich in ein sicheres, schützendes Zuhause heimkehren dürfte, bis ich realisierte, dass ich mich mitten in der Pampa befand und in einem Zelt wohnte!! Von dem aus ich zwar die Sterne sah, aber ich hatte furchtbare Angst … in diesem Moment wachte ich auf.  


In der Schulzeit sprach ich mit einigen Klassenkameradinnen mal über den Film „Ein unmoralisches Angebot“ von Adrian Lyne aus dem Jahr 1993. In der Handlung dieses Films geht es darum, dass ein Milliardär einem Mann eine Million Dollar bietet für eine Nacht mit dessen Frau.

Indessen die anderen der Ansicht waren, dass sie für dieses Geld die Vereinbarung akzeptieren würden, war mir bei allem, was mir heilig war, klar, dass ich so etwas nicht tun konnte und wollte. Ein Mädchen äußerte sich: „Wenn er gut aussieht, ist es doch alles andere als eine Überwindung, und das Geld hat man dann für ein ganzes Leben!“

Ich verurteile dies wirklich keineswegs, ich verstehe vielmehr, dass man das so sehen kann. Nichtsdestotrotz, für mich persönlich ist Sex mehr als ein rein physischer Akt, auf keinen Fall ein Geschäft, und dabei will ich auch bleiben.

Geld ist für mich kein Indikator in der Partnerwahl, auch wenn ich schöne Sachen liebe, eine kleine große Prinzessin (geblieben) bin. Dennoch freue ich mich über alles, was ich geschenkt bekomme, besonders wenn es von geliebten Menschen kommt. Dabei habe ich keine hohen Ansprüche, einem geschenkten Gaul schaue ich nicht ins Maul!!

🥺🥲😇❤️


Ihr Lieben, ich wünsche euch, dass ihr heil, selbstgetreu, gesund, hoffnungsvoll und glücklich euren Lebensweg beschreitet. Und vergesst nicht: Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitergehen … alles Liebe euch!!